Schüleraustausch mit Tartu PDF Drucken E-Mail

begruessung

 

 

Für alle Neugierigen, die...

Lächelnin der 9. Klasse oder höheren Jahrgängen sind.

Lächelnein Land erkunden wollen, welches sich nach Jahrzehnten des Kalten Krieges auf den Weg in eine hochmoderne Zukunft gemacht hat.

Lächelnim September 2011/2013...ca. 7 Tage die unglaubliche Gastfreundschaft der Esten genießen wollen bzw. im September 2010/2012...ca. 7 Tage einen netten Gast aufnehmen möchten:

 

Schüleraustausch mit der Mart Reiniku Kool und dem Jaan Poska Gümnaasium in Tartu (Estland)!

 

  • Wir reisen traditionell Mitte September für ca. 7 Tage nach Tartu.
  • Im folgenden Jahr bekommen wir dann Besuch von unseren Gastgebern.
  • Wir haben bisher sehr schöne Erlebnisse in Estland und viel Spaß mit unseren estnischen Freunden gehabt. Lest selbst!

 

Unsere Reise 2011 - Estland unter verschiedenen Blickwinkeln

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Die Sängerbühne in Tallinn

Landschaft, Klima, Natur, Landwirtschaft

Estland ist ein kleiner Staat in Nordeuropa und das nördlichste Land des Baltikums. Dieses besteht aus Lettland, Litauen und Estland. Im Süden grenzt Estland an Lettland, im Osten an Russland und im Norden und Westen an die Ostsee. Die Hauptstadt ist Tallin (Reval) und die zweitgrösste Stadt ist Tartu. Es hat eine Fläche von 45,227 qkm und 1,3 Mio. Einwohner. Im Vergleich: Niedersachsen hat eine Fläche von 47,634 qkm und 7,914 Mio. Einwohner.

Estland liegt in der Zeitzohne GMT+2. Also haben wir eine Zeitverschiebung von plus einer Stunde.

Im Süden des Landes befindet sich eine Erhebung mit dem größten Berg, Suur Munamnägi (318 m). Der grösste See des Landes ist der Peipussee (3555 qkm). Die Durchnittstemperaturen betragen im Sommer 16,5 Grad Celsius und im Winter -6 Grad Celsius. Estland ist bekannt für seinen Baumbewuchs. Es sind nämlich 40% der Fläche bewaldet. (Jannik, Klaas, David)

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Narva - links die estnische Burg Narva, rechts die russische Burg Ivangorod

Estlands Politik und Geschichte

Wie viele Völker waren die Esten lange Zeit ein durch Könige regiertes Bauernvolk. Im Mittelalter unternahmen die Ritter des Deutschen Ordens einen Kreuzzug und gründeten 1252 den Ordensstaat Livland. Hier begann die Tradition der deutschbaltischen Oberschicht in Estland. Im Livländischen Krieg zerfiel Livland 1561 in Polen, Lettland (Livland) und Estland. Estland gehörte nun mehr als ein Jahrhundert zu Schweden. Die Schweden förderten die estnische Kultur, so dass diese Zeit als „gute alte Schwedenzeit“ gilt.

Die estnischen Städte regierten sich selber bis Russland 1710 im grossen Nordischen Krieg Estland eroberte. Von nun an wurde die deutschbaltische Oberschicht mit politischen Ämtern versehen, nicht die estnischen „Bauern“. Die erste russische Phase dauerte bis zur Russischen Oktoberrevolution 1918. Die Esten nutzten die schwache Lage Russlands aus, um sich wieder selbstständig zu machen. Sie gründeten 1918 die erste Republik und 1920 erkannte Sowjet-Russland dies im Friedensvertrag von Tartu an. 1940 besetzte wiederum die Sowjetunion Estland und Lettland. 1941 bis 1944 wurde Estland dann von Nazideutschland annektiert und wie viele andere besetzte Staaten verwaltet. Herbst 1944 kamen die Russen zurück und besetzten Estland erneut. In der Wahrnehmung der Esten waren die Jahren von 1710 bis 1991 von Unterdrückung geprägt. 1991 erlangte Estland dann durch die friedliche „Singende Revolution” seine Freiheit zurück. (Roman)

Die politische Lage in Estland ist der deutschen Lage sehr ähnlich: es gibt eine Demokratie und die Staatsform ist eine Parlamentarische Republik. Das Staatsoberhaupt ist Toomas Hendrik Ilves. Seit 2011 hat Estland auch den Euro, und fühlt sich mehr mit der Europäischen Union als mit dem „Osten” verbunden. Der Wechselkurs lag bei 15,6 estnischen Kronen zu einem Euro. Desweiteren ist Estland auch ähnlich wie Deutschland in verschiedene Verwaltungsgebiete unterteilt. Unterschiede sind aber, dass hier einige Sachen, wie Lebensmittel, Vergnügung (Kino, Schwimmen etc.) günstiger sind, da das Durchschnittseinkommen geringer ist als bei uns in Deutschland. Die Stadt, in der wir waren, ist bekanntlich Tartu und die 2. größte Stadt Estlands mit nur 100.000 Einwohnern. (Marco)

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Begrüßung in der Mart-Reinik-Schule

Was passiert wenn ich in Tartu zur Schule komme?

Die Vorschule ist die Vorbereitung für die Schule, kann aber auch von einem staatlichen oder privaten Kindergarten übernommen werden. Mit 7 Jahren wird man eingeschult.

Mit der Grundschule begint die 9-jährige Schulpflicht, sie ist 4-stufig und wird als Primärstufe bezeichnet, danach kommt man in die Sekundarstufe 1, auf eine weiterführende Schule (Hauptschule), an derem Unterricht man bis zur 9. Klasse teilnehmen muss. Danach kommt man, wenn man Eingangsprüfungen besteht, in die zweijährige Sekundarstufe 2 (Gymnasium).

Wie in Deutschland gibt es auch in Estland berufsbildende Schulen, diese funktionieren genau wie BBS in Deutschland.

Nach einem Abschluss an einer BBS oder Sekundarschule kann man sich an eine college-ähnlich Hochschule oder an eine Universität zum fachorientiertem Studium mit viel Praxis anmelden.

Als zweiten Bildungsweg gibt es wie in Deutschland die Erwachsenenbildung, sie funktioniert ähnlich. (Paula Albert)

 

Die Mart Reiniku Kool und das Jaan Poska Gymnasium

Die Mart Reiniku Kool und das Jaan Poska Gymnasium entstanden 2011 aus dem Mart Reiniku Gymnasium.

Mart Reiniku Kool:

Das Wort Kool bedeutet im Deutschen Schule und Mart Reiniku war der Gründer. Die Mart Reiniku Kool wurde 1889 von Mart Reiniku gegründet. Bei der Eröffnung besuchten die Schule 23 Jungen und wurden von einem Lehrer überwacht (Mart Reiniki). Anfangs wurde ausschließlich auf Russisch unterrichtet. Schon früh mangelte es an einem eigenen Schulgebäude, dieses wurde 1901 erhört und es wurde ein Gebäude errichtet welche heute der Altbau ist. Zwischen 1929-1931 wurde ein weiteres Schulgebäude errichtet, da die Zahl der Schüler stetig stieg. Im des Zweiten Weltkrieges wurde in der Schule nicht unterrichtet, es wurde ausschließlich die Besatzungsmacht dort untergebracht. Der jetzige Schulleiter ist Herr Toomas Samm.

Die Schule ist in Tartu und befindet sich an der Vanemuise 48.

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Foyer des Jan-Poska-Gymnasiums

Jaan Poska Gümnaasium:

Das Jaan-Poska-Gymnasium ist nach Jaan Poska einem Estnischen Politiker, welcher 1919 erster Außenminister Estlands war und 1920 in diesem Gebäude den Friedensvertrag mit Russland abschloss, benannt. Die Schule befindet sich in Tartu an der Vanemuise 35. Anders als in Deutschland gibt es in Estland den Trend, Schulen zu trennen. Deshalb wurde das Gymnasium neu gegründet. Der Schulleiter ist Herr Helmer Jõgi. (Robin)

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Im Gebäude des JPG: Hier wurde 1920 der Friedensvertrag zwischen Estland und Russland geschlossen.

Familien- und Wohnsituation in Estland

Die Esten fühlen sich der westlichen Kultur verbunden, wie zum Beispiel Finnland und auch Deutschland. Im Gegenzug finden sie Russland eher abstoßend, wahrscheinlich wegen der kommunistischen Vergangenheit des Staates. So haben wir auch dei Stadt Narva besucht, die zum Großteil von Russen bewohnt wird, sie liegt an der Grenze zu Russland. Einige Späßchen haben sich auch unsere Esten nicht verkneifen können.

Was auffällt ist die niedrige Bevölkerungsdichte, vor allem auf dem Land. Man erkennt es daran, dass der nächste Nachbar nur mit dem Bus zu erreichen ist, es sei denn, man will sich ein Ganztagsspaziergang gönnen…

Anders allerdings in der Stadt - in der Gaststadt Tartu gibt es viele Plattenbauten, also kommunistische Architektur. Man findet aber auch viele Holzvillen und klassizistische Gebäude.

Die Familiensituation ist nicht viel anders als in Deutschland: Patchworkfamilien und „Traditionelle“ sind genauso normal wie bei uns. Die Geburtenrate liegt mit 1,41 Geburten pro Frau knapp über den Deutschen, die mit knapp 1,3 Kindern pro Frau auskommen müssen.

Kurz und knapp kann man sagen, dass die Wohn- und Familiensituation nicht viel anders ist als in Deutschland. Was das Land dennoch (noch) prägt, sind die Überreste des Kommunismus. Zudem nimmt die Bevölkerung in Estland von Jahr zu Jahr ab. Nichtsdestotrotz ist Estland ein tolles Land und freut sich über jede Art von Touristen. Wenn jemand interessiert ist, ist er, soweit ich beurteilen kann, herzlich willkommen. (Filip Konkol)

Die Jugendlichen wohnen, ähnlich wie auch in Deutschland, während sie zur Schule gehen, zu Hause. Meistens wohnen sie mit ihren Familien in einer Wohnung oder auch in einem Haus. Doch nicht alle Jugendlichen wohnen in Tartu. Manhe kommen auch aus den umliegenden „Dörfern“. Sie werden dann meist von ihren Eltern zur Schule gefahren oder sie fahren mit dem Bus. Wenn sie in Tartu wohnen, dann gehen sie zu Fuss zur Schule. Es ist jedoch auch ganz normal, wenn die Familien ausserhalb Tartus auf den Dörfern wohnen und die Jugendlichen ihre eigene Wohnung in der Stadt haben, um dort in die Schule gehen zu können. An den Wochenenden besuchen sie dann ihre Familien oder sie bleiben in Tartu, um zu lernen oder auch auf Parties zu gehen. In der Woche bleiben sie meistens zu Hause und lernen für die Schule oder treffen sich mit ihren Freunden. Es gibt aber auch viele andere Freizeitangebote in Tartu. Man kann zum Beispiel das Wissenschaftszentrum AHHHAA besuchen oder man geht in das zentral gelegene „tasku keskus“. Im obersten Stockwerk dieses Kaufhauses befindet sich ein Kino, in dem man internationale Filme anschauen kann. Es gibt aber auch eine grosse Halle, auf einem alten Fabrikgelände, in der man Trampolin springen kann. Man kann also sagen, dass Freizeitangebot in Estland dem in Deutschland ähnlich ist. (Lisa-Marie)

 

Freizeit und Lifestyle in Estland

Obwohl das Lernen und die Hausaufgaben sehr viel Zeit in Anspruch nehmen gehen viele junge Esten noch auf weitere Schulen, welche sich auf einen Bereich spezialisiert haben, wie z.B. Tanzschulen, Musik High School, Sportschulen und Kunstschulen. Insgesamt sind die Esten sehr musikalisch und es gibt Tanzfestivals mit traditionellen Tänzen, sowie Singfestivals, wo alle gemeinsam singen und musizieren. Zudem verbringen die Esten ihre Freizeit häufig gemeinsam. Entweder besuchen sie Shoppingmalls, in welchen Kinos und auch Eishallen zu finden sind, oder sie setzen sich mit Freunden in Restaurants. Außerdem gibt es Fitnessstudios und die Möglichkeit Museen zu besuchen wie das Ahhaa-Zentrum. Desweiteren kann man sich am Fluss Emajõgi treffen. Ausserdem gibt es dort die Jaani Kirik (dt. Johanniskirche), in welcher zweimal die Woche in der Mittagszeit fünfzehn Minuten lang Musik gespielt wird. Dann gibt es noch das Vanemuine Theater. Wenn man gerade keinen Austausch macht und in Gastfamilien wohnt kann man in den zahlreichen Hotels übernachten, wie dem Pallas.

In Estland ist es nicht erlaubt, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Allerdings befindet sich in Tartu hinter dem Rathaus ein Park, wo dies geduldet wird. (Caroline)

Ihre Freizeit verbringen die Esten am Liebsten gemeinsam mit ihren Freunden in den vielen riesigen Shopping- und Freizeitmalls. Neben diversen Einkaufsläden gibt es dort Eishallen, Kinos, Restaurants etc. Deswegen gehen viele Schüler nach der Schule, die um ungefähr 15 Uhr endet, sofort dorthin und verbringen dort den Rest des Tages. Am Abend machen die meisten dann Sport, z.B. im Fitnesstudio oder im Sportverein. Die beliebtesten Sportarten sind Ballsportarten wie Cricket oder Tennis, aber auch Tanzen oder Schwimmen erfreuen sich grosser Beliebtheit. Auch ausserhalb der Malls gibt es ein breites Freizeitangebot. Ob Schwimmbäder oder Spielhallen, in denen man schon ab 2 Euro die Stunde Trampolin springen, an Konsolen spielen oder auch Automaten nutzen kann, für fast jeden ist etwas dabei.

Viel Zeit opfern die Esten jedoch auch für Hausaufgaben. Lernen nimmt täglich mindestens eine Stunde ein.

Anstelle von Mittagessen wird in Estland meist abends warm gegessen, also ungefähr zwischen 18 und 20 Uhr. Dabei schauen die Esten häufig Fernsehen. Die Besonderheit dabei ist, dass es in Estland keine Synchronsprecher gibt, dafür aber viel amerikanische und auch deutsche Fernsehsendungen, die dementsprechend mit Untertiteln versehen werden. Um ca. 23 Uhr geht der Tag eines Schülers in Estland zuende. (Leonie)