Wiegenlied 2011 (Drenize Rama) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Jürgen Langhammer   
Donnerstag, den 24. März 2011 um 16:08 Uhr

Wiegenlied 2011
(eine Aktualisierung eines Gedichtes von G. Herwegh (1842). Der bereits Goethes „Nachtgesang“ (1804) ironisch brach)

Kant weilt schon lange unter den Toten
Die Aufklärung ist eine Ewigkeit her
Bequemlichkeit ist noch nicht verboten
Schlafe, was willst du mehr?

Den Klagen aus einer strahlenden Umwelt
Verschafft man mit Dreistigkeit kein Gehör
Weil die Antwort immer schwerer fällt
Schlafe, was willst du mehr?

Willst du doch mal eine Botschaft verkünden
Dann halten Gewerkschaften dafür her
An nichts musst du dich binden
Schlafe, was willst du mehr?

Nur noch auf Schiffen ohne Mast
Machst du Urlaub auf dem Meer
Wenn du schon keine klare Sicht hast
Schlafe, was willst du mehr?

Politiker brauchen nicht mehr anschaulich übertreiben
Die Medien veranschaulichen absolut und übertriebener
An keinen Widerspruch brauchst du dich reiben
Schlafe, was willst du mehr?

Große Denker angemessen zu zitieren
Drängt es nicht für den Befehl über das Heer
Den Titel ja, aber Beliebtheit kannst du hier nicht verlieren
Schlafe, was willst du mehr?

In der Wüste füllt die Waffe sich mit Munition
Weiter im Norden, viel viel näher
Flüstert man sehr leise nur: Revolution
Schlafe, Deutschland, was willst du mehr?

Über Netzwerke wird die Welt organisiert
Sozial, terroristisch und revolutionär -
Vom Freundesfreund bis Unbekannt wird jeder akzeptiert
Schlafe, was willst du mehr?

Dein Gehirn arbeitet im Standby
Deinen Meinungsstatus lässt du dekadent leer
Menschen in China dagegen sind nur 140 Zeichen frei
Schlafe, was willst du mehr?

Drenize Rama
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 24. März 2011 um 16:08 Uhr